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Influenza (echte Grippe) bei Kindern – alles, was Du jetzt wissen musst

  • Autorenbild: Johanna
    Johanna
  • vor 5 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Die aktuelle Grippewelle betrifft viele Familien in Deutschland. Besonders Kinder erkranken derzeit häufig an Influenza, der "echten Grippe". In Kinderarztpraxen zeigt sich immer wieder ein ähnliches Bild: Kinder mit sehr hohem Fieber, starkem Krankheitsgefühl und Verläufen, die deutlich länger dauern als bei einer gewöhnlichen Erkältung.



Influenza echte Grippe Kinder
©Mylittlesprout



Akute Atemwegsinfektionen, grippale Infekte: Viele Viren, ähnliche Symptome


Atemwegsinfektionen gehören im Herbst und Winter zum Familienalltag. Sie werden durch viele unterschiedliche Viren ausgelöst und beginnen oft mit ähnlichen Symptomen. Der weitere Verlauf kann sich jedoch deutlich unterscheiden.


Eine Erkältung wird durch zahlreiche verschiedene Viren verursacht, zum Beispiel Rhino-, saisonale Corona-, RSV- oder Parainfluenzaviren. Typisch sind Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und manchmal erhöhte Temperatur oder Fieber. Diese Beschwerden entstehen durch die Reizung der Schleimhäute und die Immunreaktion des Körpers. Sie sind nicht spezifisch für ein bestimmtes Virus.


Wichtig ist die klare Abgrenzung: Eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, hat nichts mit der echten Grippe (Influenza) zu tun.



Was ist Influenza und wie äußert sie sich?


Influenza, oft als „echte Grippe“ bezeichnet, ist eine akute Virusinfektion, ausgelöst durch Influenzaviren (meist Typ A oder B). Sie unterscheidet sich deutlich von einer Erkältung. Die Symptome beginnen häufig plötzlich und sind meist stärker ausgeprägt.


Viele Familien erleben aktuell genau das: Kinder, die von einem Moment auf den anderen sehr krank wirken, hohes Fieber entwickeln und deutlich mehr Zeit zur Erholung brauchen.


Nicht jedes Kind zeigt alle Symptome, aber häufig treten folgende Beschwerden auf:

  • plötzlich einsetzendes, hohes Fieber (oft über 38,5–40 °C)

  • starke Müdigkeit und ausgeprägte Erschöpfung

  • Kopf- und Gliederschmerzen

  • deutlich reduzierter Allgemeinzustand

  • trockener Reizhusten

  • Appetitlosigkeit

  • Auffällig ist, dass Schnupfen oder Halsschmerzen teilweise kaum vorhanden sind oder ganz fehlen.


Zusätzlich können auftreten:

  • Übelkeit oder Erbrechen

  • Mittelohrentzündungen

  • bei jüngeren Kindern Pseudokrupp-ähnliche Symptome

  • anhaltender Husten auch nach dem Abklingen des Fiebers


Im Vergleich zu einer Erkältung fühlen sich Kinder mit Influenza oft deutlich schwächer und sind über mehrere Tage stark beeinträchtigt.


Die ausgeprägten Symptome zu Beginn sind Ausdruck einer aktiven Immunantwort. Hohes Fieber und starkes Krankheitsgefühl zeigen, dass das Immunsystem arbeitet.


Wichtig zu wissen: Influenza kann auch milder oder untypisch verlaufen.



Wie lange dauert eine Influenza bei Kindern?


Viele Eltern sind beunruhigt, weil die Erkrankung länger anhält als erwartet. Das ist bei Influenza typisch.


  • Fieber besteht oft mehrere Tage

  • die Krankheitsdauer liegt häufig bei 7–10 Tagen oder länger

  • Müdigkeit und Husten können auch danach noch anhalten

Das ist kein Zeichen von Verschleppung, sondern passt zum Krankheitsbild.



Influenza, COVID-19 oder Erkältung – kann man das unterscheiden?


Kurz gesagt: nein, nicht sicher anhand der Symptome allein. Alle drei Erkrankungen können ähnlich beginnen.


Für Ärzt:innen ist deshalb meist nicht entscheidend, welcher Virus genau vorliegt, sondern:

  • wie krank das Kind ist

  • wie sich der Verlauf entwickelt

  • ob Warnzeichen auftreten

dies wird dann Symtomatisch behandelt.


In Phasen, in denen bestimmte Viren stark zirkulieren, ist die Wahrscheinlichkeit entsprechend höher. Das RKI veröffentlicht dazu regelmäßig aktuelle Lageberichte.



Testen: sinnvoll oder nicht?


In vielen Kinderarztpraxen wird nicht routinemäßig getestet, da die Behandlung bei milden bis moderaten Verläufen symptomatisch erfolgt. Influenza-Schnelltests (z.B. Kombi-Tests) sind im Handel erhältlich und können helfen, den Verlauf besser einzuordnen.


Ein positiver Test bedeutet nicht automatisch, dass Du mit Deinem Kind zum Arzt musst. Für die medizinische Entscheidung ist der Virusname oft zweitrangig.


Für Eltern kann das Wissen jedoch sehr hilfreich sein: Es erklärt, warum das Fieber so lange anhält, warum das Kind ungewöhnlich erschöpft ist, und kann helfen, ruhiger abzuwarten. Gerade wenn Fieber das Hauptsymptom ist, bringt diese Einordnung oft Entlastung.



Ist Influenza gefährlich?


Die meisten gesunden Kinder erholen sich gut von einer Influenza. Dennoch kann sie ernst verlaufen, besonders bei:

  • Säuglingen unter 6 Monaten

  • Kindern mit chronischen Erkrankungen

  • immungeschwächten Kindern


Influenza trägt aktuell erheblich zu schweren akuten Atemwegserkrankungen bei, und manche Kinder müssen deshalb stationär behandelt werden.



Wie wird Influenza bei Kindern behandelt?


Influenza ist ein Virusinfekt und wird nicht antibiotisch behandelt. Antibiotika sind nur bei bakteriellen Komplikationen sinnvoll.


Bei stabilem Allgemeinzustand kann die Begleitung zuhause erfolgen:

  • viel Ruhe und Schlaf

  • ausreichend trinken

  • fieber- und schmerzlindernde Medikamente nach Empfehlung

  • Nähe, Sicherheit und Entlastung


Viele Kinder kommen damit gut durch die Erkrankung.



Wann solltest Du ärztlich abklären?


Bitte hole ärztlichen Rat ein, wenn eines oder mehrere der folgenden Warnzeichen auftreten:


  • Dein Kind trinkt kaum oder verweigert Flüssigkeit

  • es wirkt deutlich schlechter oder ungewöhnlich teilnahmslos

  • es hat Atemnot oder eine auffallend schnelle, angestrengte Atmung

  • sehr hohes Fieber hält trotz Maßnahmen an

  • es kommt zu einer deutlichen Verschlechterung nach anfänglicher Stabilisierung

  • Zeichen von Austrocknung (wenig Urin, trockene Schleimhäute)



Vorbeugen: Impfung und Hygiene


Die jährliche Grippeimpfung ist der wirksamste Schutz vor schweren Verläufen. Diese wird im Herbst durchgeführt. Die STIKO empfiehlt sie besonders für Kinder mit Vorerkrankungen, immungeschwächte Kinder, Schwangere, Personen ab 60 Jahren sowie enge Kontaktpersonen von Risikopersonen. Für viele dieser Gruppen ist die Impfung kostenfrei.


Falls ihr nicht zu der empfohlenen Gruppe gehört, könnt ihr die Impfung als Selbstzahler durchführen lassen. Frag am besten in deiner Praxis nach.


Zusätzlich helfen einfache Hygienemaßnahmen:

  • regelmäßiges Händewaschen

  • Husten und Niesen in die Armbeuge

  • kranke Familienmitglieder möglichst schonen und separieren



Fazit


Influenza ist mehr als eine starke Erkältung. Sie kann Kinder deutlich beeinträchtigen und Zeit brauchen. Gleichzeitig hilft Wissen dabei, den Verlauf realistisch einzuschätzen, unnötige Sorgen zu reduzieren und Warnzeichen rechtzeitig zu erkennen. Alle Liebe, Johanna :)




Stand: 01/2026

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